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Schmerzklinik ist nach § 40 SGB V von allen gesetzlichen Krankenkassen als Rehabilitationseinrichtung anerkannt und auch beihilfefähig (OPS 8-918).

Wir informieren über
Gesäßschmerzen
,
(Glutäalschmerzen bzw. Glutealschmerzen)

Gesäßschmerzen, auch als Glutäalschmerzen (Glutealschmerzen) bezeichnet, können aufgrund eines Reizzustandes der Bursa ischiadica (= Schleimbeu tel, zwischen dem großen Gesäßmuskel und dem Sitzbeinhöcker gelegen , insbesondere bei einer Bursitis derselben, auftreten, besonders bei Berufen, die langes Sitzen erfordern (tailor`s bottom).

Gesäßschmerzen können auch durch myofasz iale Triggerpunkte (= schmerzhafte Reizpunkte im Bereich von Muske ln und deren Bindegewebsumhüllung) im M. glutaeus medius (= mittlerer Gesäßmuskel) hervorgerufen werden. Manchmal strahlen die Schmerzen ins Be in aus und können Ischiasbeschwerden vortäuschen.
Zur Behandlung eignet sich die therapeutische Lokalanästhesie
(= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) in Form von wiederholten Infiltrationen der auffälligen Triggerpunkte mit einem örtlichen Betäubungsmittel.

Meist werden Gesäßschmerzen durch Prellungen bzw. Verletzungen, so z.B. Sturz auf das Ge säß oder auch eine unsachgemäße intragluteale Injektion (= Spritze ins Gesä ß) verursacht.

Dabei kommt es zu einem Piriformis-Syndrom, eine Neuralgie des Nervus gluteus inferior*.
Störungen treten meist im Bereich des Musculus piri formis (deshalb die Bezeichnung "Piriformissyndrom") auf und können zu Schmerzen im Glutealbereich
(= Gesäßbereich) führen. Unspezifische Ausstrahlung in Sakral- (= Kreuzbei n-), Hüftgelenks- und Beinbereich ist möglich.
Motorisch versorgt der Nerv den Muskel gluteus maximus
(= großer Gesäßmuskel), so daß bei einer Läsion (= Funktionsstörung) die Hüftstreckung behindert ist, was sich u.a. störend auf das Treppensteigen auswirkt.
Die Glutealmuskel-Atrophie
(= Gesäßmuskelschwund) ist ein sicherer Hinweis auf die Nervus gluteus inferior-Läsion.
Steht die Nervenläsion (= Nervenschädigung) im Vordergrund, so entsteht eine Kausalgie (= CRPS Typ II (com plex regional pai n syndrom = Komplexes regionales Schmerzsyndrom Typ II)).

Die Unterscheidung zwischen Gesäßschmerzen aufgrund eines Piri formis-Syndroms und einer gesäßbetonten Ischialgie kann schwierig sein. In der Regel sind allerdings bei einem Piri formis-Syndrom die Valleix`schen Druckpunkte (= Nervendruckpunkte des Is chias) nicht empfindlich.

Das Bild zeigt deutlich die räumliche Nähe des Muskels zum Ischiasnerv.

Die Unterscheidung zwischen einem Muskulus piriformis-Syndrom und einer Ischialgie bzw. einem Ischiasschmerz kann deshalb schwierig sein.
In der Regel sind allerdings bei einem Musculus piriformis-Syndrom die Valleix`schen Druckpunkte
(= Nervendruckpunkte des Ischias) nicht empfindlich.

Bei betont neuralgiformen, paroxysmalen (= anfallsartig auftretender) Gesäßschmerzen kann zur Therapie Carbamazepin (= eigentlich ein Mittel gegen die Fallsucht, aber u.a. auch bei Gesäßschmerzen hilfreich) oder Gabapentin bzw. Pregabalin, evtl. auch in Kombination mit Baclofen, versucht werden. Manchmal ist auch Versuch mit Keltican® lohnend.

Hilfreich sind bei Gesäßschmerzen auch wiederholte flächenhafte Infiltrationen mit Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) im Schmerzbereich. Eine punktuelle Blockade (= Betäubung) des Nervus gluteus inferior ist wegen der überdeckenden Muskelmassen schwierig. Da der Nerv dem Plexus sacralis (L5-S1) (= Nervengeflecht aus dem Kr euzbein) entspringt, können auch wiederholte Sak ralblockaden versucht werden.
In hartnäckigen Fällen hat sich bei Gesäßschmerzen die kontinuierliche Blockade des N. ischiadicus bewährt und zwar in der retrograd hohen Variante, bei der auch der Plexus sacralis (obere Anteile) erreicht wird (**siehe unten). Bei gesäßbetonten Ischiasschmerzen ist dies die Methode der 1. Wahl.

* Der Nerv gluteus inferior ist ein sog. gemischter Nerv, d.h. er führt einerseits Nervenfasern die der Empfindung (Sensibilität) aus der Hüftgelenkkapsel dienen, andererseits aber auch Fasern, die den großen Gesäßmuskel zur Tätigkeit (Motorik) anregen.

**Methodenbeschreibung

Kontinuierliche Blockade des Ischiasnervs mit Katheter in der retrograd hohen Variante: Dabei wird von der Oberschenkelrückseite her, ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter) durch eine Kanüle hindurch in die Nervenscheide (= Gewebsumhüllung eines Ner ven) des Ischias eingepflanzt und innerhalb derselben noch weiter nach oben vorgeschoben. In der Folge wird über diesen Katheter über 10-14 Tage mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. Während den Katheterfüllungen wird der Oberschen kel unterhalb der Einstichstelle mit einer Manschette abgestaut. Das örtliche Betäubungsmittel kann sich auf diese Weise innerhalb der Nervenscheide nur nach oben ausbreiten und so dann auch den Gesäßbereich, bzw. die Ner venwurzeln am Kreuzbein erreichen und dort ebenso lindernd wirken.

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